Stand Juni 2017

Patienteninformationen

Gesichtsanalyse in der Homöopathie – Zweck und Nutzen

Die meisten Erkrankungen, ausgenommen akute Infekte und Verletzungen, sind chronischer Art. Das bedeutet, ihr Körper ist, im Unterschied zu einer akuten Erkrankung, nicht in der Lage sich selbst zu heilen und wieder den vorherigen Zustand zurück zu erlangen. Chronische Erkrankungen können viele Bilder, Ausprägungen und Intensitäten haben. Überwiegend lernen wir mit unseren Symptomen und Einschränkungen zu leben, wir integrieren sie in unseren Alltag und passen uns an die Lage an.

Je nach Beschwerdebild kann uns das weniger einschränken, wir haben vergessen wie ein beschwerdefreies Leben aussieht oder wir sind stark oder sehr stark in unserer Lebensqualität eingeschränkt und haben einen dementsprechenden Leidensdruck. Chronische Leiden können ursächlich auf Grund genetischer Faktoren, Umweltfaktoren, seelischer Probleme, ungesunder Lebensweise, Unfälle oder ähnlichem entstehen. Die Art und Weise, in der der Mensch auf diesen Auslöser reagiert ist sehr unterschiedlich, er ist individuell verschieden und kann bei gleichem Ereignis zu verschiedenen Ergebnissen führen. Es ist unsere individuelle Art des Umgehens mit einem Krankheitsreiz.

Die Toleranzschwelle ist nicht gleich bei jedem, die Art und Weise der Reaktion verschieden. Ich möchte versuchen, dies an einem Beispiel zu demonstrieren.

Beispiel eines jungen Mannes:

Er kommt aus einer intakten Familie und einem liebevollen Elternhaus. Er beginnt nach erfolgreichem Berufsabschluss gerade sein Berufsleben. In der Firma ist es für ihn schwierig, ein paar Kollegen machen ihm das Leben schwer und er hat Probleme sein Wissen aus der Ausbildung in die Praxis umzusetzen. In dieser Zeit hat er noch den plötzlichen Tod eines Familienmitgliedes zu bewältigen. Aus dieser Situation heraus werden verschiedene Menschen auch ganz unterschiedlich reagieren.

Mensch 1

… entwickelt vielleicht ein Magengeschwür, wird depressiv und sein Selbstwertgefühl ist stark eingeschränkt. Er ist lange krank und kündigt schließlich die Arbeitsstelle, um sich nach etwas Neuem umzuschauen.

Mensch 2

… könnte mit starker Aggression und Wut reagieren, er fühlt sich von den Menschen und vom Leben ungerecht behandelt und geht in den Kampfmodus, was ihm vielleicht auf Dauer Herzprobleme beschert.

Mensch 3

… bekommt eine hartnäckige Hauterkrankung und einen chronischen Durchfall. Er sortiert sich völlig neu. Er bricht alle Stationen ab und flieht in die Ferne, er wandert aus und versucht ein neues Leben zu beginnen.

Die Reaktionsmöglichkeiten sind so vielfältig, wie es zahlreiche Menschen gibt. Die Art und Weise der Reaktion auf einen Reiz ist entscheidend und individuell. Aufgrund von Studien und Beobachtungen konnten bestimmte Reaktionsmuster erforscht werden. Diese Reaktionsmuster werden in der Homöopathie als sogenannte Konstitutionstypen oder Miasmen bezeichnet. Ohne die Berücksichtigung dieser Aspekte ist die Behandlung von chronischen Erkrankungen nicht nachhaltig und ganzheitlich. Dies macht den Unterschied zwischen Heilen und Lindern von Symptomen aus.

Es werden sieben Konstitutionstypen oder Miasmen unterschieden. Da sich die chronischen Miasmen in und an unserem physiologischen Körper zeigen, sind sie für mich erkennbar und ich kann sie mit Hilfe der homöopathischen Gesichtsanalyse einem dieser Konstitutionstypen zuordnen.

"Deutlich sehen wir die Zeichen eines der chronischen Miasmen, wie sie in unserem Organismus eingeprägt sind. Wir sehen sie in jedem Merkmal und in jedem physiologischen Ablauf, in der Gestalt und Form des Körpers, in dem Gesichtsausdruck, im Gesicht selbst, der Nase, den Lippen, den Ohren, dem Mund, am Haar, an seinem Wuchs, seinem Glanz und allgemeiner Schönheit oder Mangel daran. Wir sehen die Zeichen an der Haut und ihren Farbtönen und Schattierungen, ihrer lokalen Temperatur. Ja, oft erkennen wir das Miasma durch eine Berührung, die in unserem Inneren eine mentale, moralische, spirituelle Reaktion auslöst, eine Reaktion auf die Gegenwart und seinen Einfluss." J. H. Allen, amerikanischer Homöopath (1850-1925)

Diagnosehilfsmittel Gesichtsanalyse

Die Gesichtsanalyse ist für mich ein zuverlässiges und bewährtes Hilfsmittel, um das passendste Heilmittel für Ihre Erkrankung zu ermitteln. Sie bildet in meiner Praxis die Grundlage für die Behandlung chronischer Krankheiten. Dazu benötige ich von Ihnen fünf Fotos, welche im Rahmen der Erstanamnese aufgenommen werden. Die Fotos werden auf einer separaten Festplatte gespeichert und sind für niemanden zugänglich. Die Auswertung ist Bestandteil der Anamnese und wird in ihrer Akte hinterlegt.

Die homöopathische Gesichtsanalyse ist nicht zu verwechseln mit Physiognomie oder Anlitzdiagnose. Diese sehen die individuellen Gesichtszüge als äußerliche Zeichen von inneren Charakterzügen, was eher eine emotionale Diagnose darstellt.

Ihre weiteren Fragen beantworte ich gern im persönlichen Beratungsgespräch.